Kerze selber machen mit Holzdocht

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Jeder liebt Kerzen und Kerzen aus Wachsresten selber machen ist absolut logisch. Hier gibt es den allerbesten Trick für wundervolle DIY Knisterkerzen – die mit dem Holzdocht.

Es funktioniert – das ist ja so cool.

Aber ich fange am besten von vorne an …

Ich habe schon früher versucht, Kerzen selber zu machen. Dabei bin ich über 2 Probleme gestolpert.

Zum einen hatte ich keinen Docht da und musste den erst irgendwie besorgen und dann war es auch noch irgendwie die falsche Sorte.

Dann fand ich es unheimlich kompliziert, den Docht mittig zu positionieren und er ist er mir, trotz der feinen Tipps der Online Tutorials, doch beim Gießen des Wachses abgehauen.

Na klar gibt es eine Lösung für beide Probleme: Holzdocht und Gummiband – das Problemlöser Duo für selbst gemachte Kerzen im Glas.

Diese tollen Kerzen mit Holzdocht heißen übrigens Knister-Kerzen und sie machen Ihrem Namen alle Ehre. Man kann sie auch kaufen – aber preiswert sind sie dann nicht (was ich – nebenbei gesagt – völlig ok finde, wenn es Handarbeit ist).

Das spannende an der Knisterkerze

Ich sag es gleich vorweg – so eine Knisterkerze ist ein Diva.

Die selbe Kerze brennt an einem Tag eher zögerlich und geht vielleicht sogar wieder aus. Am nächsten Tag brennt sie wieder mit sehr großer Flamme. Ich persönlich mag diese kleinen Diven trotz alle dem. Ich finde es nicht schlimm, wenn ich die zwischendurch mal neu anzünden muss und und ich mag es auch, wenn sie mal einen Tag nur mit sehr kleiner Flamme brennen. Mir gefällt auch der Duft vom verbrannten Holz – aber wer erwartet, dass die Kerze eins zu eins wie eine Kerze mit normalen Docht funktioniert, wird sicher nicht zufrieden sein.

Vor allem gefällt mir, dass ich von den Kerzen lange etwas habe. Ich habe den Eindruck, dass die viel länger halten. Das kommt eventuell dadurch, dass sie an manchen Tagen eher zögerlich brennen. Das ist ja genau der Reiz dieser kleinen Diven.

Einfach selber machen

Was ich besonders mag an den Knisterkerzen, ist die lange „Laufzeit“. Bei meinen Adventskranz Ideen war auch eine Variante mit Knisterkerzen und die hat tatsächlich in diesen winzigen Gläschen die komplette Adventszeit gehalten. Das fand ich natürlich super und deshalb wird dieser Adventskranz tatsächlich ein Dauerbrenner bei mir werden. Was für ein witziges Wortspiel …

Das brauchst Du für Deine DIY Knisterkerze

Man braucht

  • ein leeres geeignetes Gefäß.

Das kann eine Tasse oder eine Dose sein – aber ich mag dieses selbst recycelte blaue Flaschenglas unheimlich gerne.

  • Wachsreste oder Wachsflocken
  • einen Holzstiel (je breiter desto besser) und 2 Gummibänder
  • Olivenöl

Den tollen Flieder habe ich daneben gelegt, weil ich eigentlich eine Duftkerze machen wollte. Das hat nicht funktioniert. Ich habe das Wachs zwar mit Flieder darin geschmolzen – aber nach Flieder geduftet hat das danach nicht. Nur falls jemand auf die Idee kommt – lasst es besser oder nehmt halt doch Duftöle.

Das Wachs wird im Wasserbad geschmolzen. Am besten nutzt Ihr dafür einen leere Blechdose.

Es funktioniert

Es ist unglaublich. Warum habe ich das nicht schon vorher probiert?

Die allerschönsten Kerzen habe ich tatsächlich selber gemacht. Mit einem Holzstiel und aus Wachsresten. Die funktionieren tatsächlich super und dann knistern die auch noch ganz leise beim Abbrennen. Das ist so wunderbar romantisch.

Das allerbeste ist – ich brauch jetzt Holzstiele … seeehr viele Holzstiele. Das heißt, ich darf Unmengen von Eis essen – oder?

Step by Step Anletiung

Hier noch mal die Liste der Zutaten:

  • Gefäß
  • Wachsreste oder Wachsflocken
  • Holzstiel (je breiter desto besser)
  • Olivenöl

und diese Utensilien:

  • Leeres Gefäß für das Schmelzen im Wasserbad (evtl. eine Blechdose?)
  • Gummibänder
  • Pinzette und Seitenschneider sind hilfreich

Den Holzdocht musst Du mehrere Stunden in Öl tränken. je länger desto besser – mindestesn 24 Stunden. Ich lasse meine Holzstiele inzwischen sogar wirklich mehrere Tage in Olivenöl einweichen.

Bei der Veröffentlichung des Artikels habe ich Lampenöl empfohlen, weil ich es damit probiert habe und es wunderbar funktioniert hat.

Nachträglich habe ich einen Vergleichstest mit Kokosöl (erwärmt), Sonnenblumenöl, Lampenöl und Olivenöl gemacht. Der Testsieger war eindeutig Olivenöl – also ist das jetzt meine Empfehlung.

Zusätzlich habe ich verschiedene Holzdochte getestet. Je breiter der Docht, desto besser brennt die Kerze später.

Ich sammle die Wachsreste immer in einer Blechdose. Wenn ich flüssiges Wachs brauche, dann schmelze ich das Wachs langsam im Wasserbad auf dem Herd.
Dafür muss das Wasser nur köcheln und es geht eigentlich auch relativ schnell.
Theoretsich könnte man die Wachsreste natürlich auch direkt in dem Glas schmelzen, welches man für die Knisterkerze benutzen möchte. Ich persönlich mag das aber irgendwie gar nicht, weil es dann immer Wachs-Schwapper-Spuren im Glas gibt.

Jetzt kommt mein ganz großer Trick zur mittigen Positionierung des Holzdochtes.

Das ist so einfach. Zwei simple Gummibänder um das Gefäß machen. Dann die Bänder solange verschieben, bis sie schön mittig sind.

Jetzt kannst Du Deinen Holzdocht mit der Pinzette aus dem Ölbad holen. Mit etwas Küchenkrepp trocken tupfen und dann durch die beiden Gummibänder genau in der Mitte des Gefäßes positionieren.

Das im Wasserbad geschmolzene Wachs musst Du langsam in das Gefäß gießen. Zum einen, damit der Holzdocht doch nicht abhaut und zum anderen spritzt das sonst schnell mal an die Innenseite des Gefäßes und das schaut – zumindest bei Glas – doof aus.

Jetzt kommt der unangenehme Part – warten, bis das Wachs fest ist.

Dann kannst Du den Holzdocht mit einem Seitenschneider auf ca. 1 cm über dem Wachs einkürzen.

Bei mir war in der Kerze nach dem Erkalten des Wachses ein Krater. Den habe ich dann einfach noch mal mit flüssigem Wachs aufgefüllt.

Das war es auch schon.

Ganz ehrlich – es ist wirklich wenig Aufwand und in meinem Fall hat es keinen Cent gekostet, weil ich alles da hatte.

Die erste Kerze habe ich natürlich behalten.

Die nächste wird ein geniales Geschenk für einen Lieblingsmenschen und im Sommer werde ich Unmengen Eis vertilgen und überall Wachsreste schnorren. Bist Du mit im Boot?

Natürlich werde ich auch noch mit Duftvarianten und echtem Bienenwachs experimentieren. Aber erst mal gibt es das große Reste Upcycling.

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